Aus dem Leben der Abteilung

Vorfrühlingswanderung um den Stausee Grossbrembach

Es wird Frühling und vielleicht lässt sich der eine oder andere durch den folgenden Beitrag anregen, diese Wanderung mit der Familie oder mit
Freunden einmal selbst zu unternehmen.
Am 3. März dieses Jahres - der Winter schien endgültig vorbei zu sein - trafen sich 39 Wanderer der Abteilung Wandern am Busbahnhof in Weimar,
um mit einem sehr aufgeschlossenen und humorvollen Busfahrer mit der Linie 216 Richtung Sömmerda zu fahren. Auf der Fahrt kamen wir bereits
an einer der vielen Grossbaustellen für die ICE-Trasse vorbei. In Grossbrembach stiegen wir aus.
Es war Mittag, das Thermometer zeigte etwas über 0 Grad und die Sonne lachte. Im Ort entdeckten wir die ersten Frühlingsboten. In den
Vorgärten blühten Winterlinge, Schneeglöckchen und auch vereinzelt Krokusse. Am Ortsrand liegt der Stausse Grossbrembach. Er wurde in den
Jahren 1971 bis 1973 als landwirtschaftlicher Wasserspeicher und Hochwasser-Rückhaltebecken angelegt. Heute bietet er vielfältige
Wassersportmöglichkeiten und ist ein Gewässer für den Angelsport.
Der Staudamm ist ein Erddamm aus Auelehm und Aueton, an der Wasserseite mit einer Steinschüttung geschützt. Er ist etwa 290 m lang und
15 m hoch. Er staut das Wasser der Scherkonde, die Wasseroberfläche ist bei Vollstau 55 ha gross. Der Stausee war noch zum Teil mit einer
Eisschicht bedeckt. Aber es gab auch eisfreie Flächen, wo sich verschiedene Wasservögel tummelten.
Der Weg führte an der linken Uferseite durch den Wald und wir hatten immer wieder eine schöne Sicht auf den See. Als wir etwa die Hälfte des
Weges geschafft hatten, kam die neu erbaute, noch nicht ganz fertiggestellte ICE-Brücke in Sicht. Die Scherkondetalbrücke ist Teil der
ICE-Neubaustrecke Erfurt - Halle/Leipzig, und gehört zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8.2. Die Brücke führt über den südlichen Teil
des Stausees. Sie ist über 570 m lang. Es ist eine Spannbetonbalkenbrücke, die auf Pfeilern liegt, die zum Teil 30 m hoch sind und auf
Bohrpfählen bis 19 m Tiefe abgestützt werden. Die Stützweite der Felder beträgt maximal 44 m. Zur Zeit führt eine Baustrasse an der Brücke
entlang, sodass man die andere Seite des Sees bequem erreichen kann. Dort bot sich ein Rastplatz für eine kurze Pause an.
Der Rückweg führte auf der anderen Seite des Sees durch den Wald und über Wiesen auf einem bequemen Weg und schliesslich über einen
schmalen Abzweig zum Staudamm am Ortsrand von Grossbrembach. Hier konnten wir das Entnahmebauwerk aus der Nähe betrachten.
Auf dem Rückweg zur Bushaltestelle hatten wir noch einen romantischen Blick auf die Häuser und die Kirche des Ortes, im Tal das Bett der
Scherkonde. An der Bushaltestelle gab es eine kleine Aufregung. Der Bus kam verspätet, aber er kam und brachte uns schliesslich sicher nach
Weimar.
Wie bei vielen Wanderungen führten wir anregende Gespräche, erfreuten uns an der Natur und verarbeiteten unsere auf der Wanderung gesammelten
Eindrücke. Die Wanderung war zwar nur 8 km lang und ohne grosse Steigungen, aber es kann ja auch einmal eine weniger anstrengende Tour sein.
Sigrun Neyer

 

1. Die Entwicklung der Abteilung Wandern des HSV Weimar von 1991 bis 2010

Im Frühjahr 1991 trafen sich 20 Interessierte zu einer ersten Wanderung in Belvedere. Der ehemalige Leiter der Abt. Studentensport der HAB hatte in einer Zeitungsannonce zu dieser Wanderung eingeladen. Daraus entwickelte sich eine Wandergruppe, die anfangs im HSV Weimar der Abteilung Freizeit- und Erholungssport zugeordnet war und die später zur selbständigen Abteilung Wandern wurde.

Von Anfang an wurde ein halbjähriger Wanderplan mit regelmäßigen jeweils mittwochs stattfindenden Wanderungen aufgestellt. Die Wanderungen gingen in die nähere und weitere Umgebung und hatten eine durchschnittliche Länge von 15 km. Unser Wandergebiet ist vor allem die Gegend um Bad Berka und Kranichfeld, aber auch die Umgebung von Jena und Erfurt mit dem Steiger und den Fahnerschen Höhen bieten interessante Wanderziele. Einige Wanderungen führen uns in den Thüringer Wald, in die Umgebung von Eisenach und in das Saaletal bei Bad Kösen und Naumburg, um nur einige Ziele zu nennen. Meist nutzen wir die Bahn zur Anreise, z.T. auch die Busse des Regionalverkehrs. Selten fahren wir mit Privat-PKW.

Zum Abschluss eines jeden Halbjahres organisieren wir ein Sommerfest bzw. eine Weihnachtsfeier mit einem Bericht und einem Diavortrag.

Ab dem zweiten Jahr wurde jährlich eine einwöchige Wanderwoche durchgeführt, die uns in die Rhön, den Harz, den Thüringer Wald, die Sächsische Schweiz, die Uckermark und bis in den Bayrischen Wald führten. Im Jahre 1994 wurden wir Mitglied im TGW und nutzten die Möglichkeiten zur Ausbildung von Wanderleitern.

Zum Deutschen Wandertag in Wetzlar fuhren erstmals einige Wanderfreunde mit dem vom TGW organisierten Bus und nahmen am Umzug teil. Seitdem nahmen wir fast immer mit einer kleinen oder größeren Gruppe an den Deutschen Wandertagen teil, wobei wir meist eine Woche lang die vielfältigen Wanderangebote nutzten.

An TGW-Treffen nahmen wir fast jedes Jahr teil. Die Anzahl der Teilnehmer war allerdings meistens nur gering. Auch für die Thüringer Wandertreffen sollten wir noch mehr Teilnehmer interessieren. Vom Thüringenweg betreuen wir die Etappe von Magdala bis Bad Berka.

Mit dem Älterwerden einiger Wanderfreunde wurde es notwendig, eine Gruppe zu bilden, die nur noch zwischen 3 und 6 km wandert. Vor allem diese Gruppe besucht auch öfter besondere Sehenswürdigkeiten und ist einem Besuch in einem gemütlichen Cafe nicht abgeneigt.

Seit einigen Jahren hat sich auch eine Gruppe gebildet, die unter Anleitung eines Wanderleiters alle vierzehn Tage längere Wanderungen bis 25 km in flottem Tempo unternimmt.

Die Mitgliederzahl unserer Abteilung hat sich kontinuierlich vergrößert und liegt zur Zeit bei über 100, wobei einige auch noch in anderen Abteilungen des HSV aktiv sind. Die Abt. Gesundheitssport des HSV bietet dazu vielfältige Möglichkeiten. Drei Viertel der Mitglieder sind Frauen. Die Mitglieder sind alle in fortgeschrittenem Alter. Für Jugendliche haben wir keine Angebote. Unsere Mitglieder zahlen einen Mitgliedsbeitrag von 5,-Euro/Monat.

Wir haben zur Zeit 6 ausgebildete Wanderleiter, eine Wanderfreundin ist in Ausbildung. Wir versuchen weitere Wanderfreunde für diese Ausbildung zu gewinnen, um den Fortbestand der Abteilung zu sichern.

Die Wanderungen sind sportliche Aktivitäten, bei denen die körperliche Leistungsfähigkeit gefördert bzw. erhalten werden soll. Wir nutzen aber auch die Gelegenheiten, um die Landschaft, die Geologie, die Flora und kulturelle Sehenswürdigkeiten näher kennen zu lernen. Bei den gemeinsamen Wanderungen entwickeln sich vielfältige freundschaftliche Beziehungen, die von vielen Wanderfreunden und -freundinnen sehr geschätzt werden. Die Aktivitäten des Vereins werden von einer Reihe von Mitgliedern unterstützt. Von Anfang an hat ein Wanderfreund eine Chronik über unsere Wanderungen geführt. Diese Aufgabe wurde seit dem 85. Geburtstag dieses Wanderfreundes von einer jüngeren Wanderfreundin übernommen. Auch die Fahrkarten (Gruppenfahrten) werden in allen Gruppen von Wanderfreunden besorgt, die sich dazu freiwillig bereit erklärt haben. Mehrere Wanderfreunde führen die Anwesenheitsnachweise, mit denen am Ende des Jahres eine detaillierte Statistik erstellt wird. Zu Jubiläumsgeburtstagen gestaltet eine Wanderfreundin Geburtstagskarten mit Fotos, auch einem Gedicht von einem unserer Wanderfreunde und natürlich unterschreiben möglichst viele Wanderfreunde die Glückwunschkarte. Diese wird zusammen mit einem Blumenstrauß vom Abteilungsleiter und weiteren Wanderfreunden dem Jubilar überbracht. Ein Wanderfreund hat eine Liedersammlung angelegt, so dass wir, wenn wir bei Gelegenheit einige Lieder singen wollen, auch die Liedtexte zur Hand haben. Die älteren Wanderfreundinnen konnten die Texte noch auswendig.

Der bisherige Leiter der Abteilung veröffentlicht im Internet unter www.wandern-hsv-weimar.de unsere Wanderpläne, Bilder von unseren Wanderungen und Berichte aus dem Leben der Abteilung. Wir berichten über unsere Wanderungen im HSV-Journal und im Wanderboten. Ein Wanderfreund verwaltet die Finanzen. Die Abteilungsleitung tritt bei Bedarf zusammen. Sonst erledigt jedes Leitungsmitglied seine Aufgaben selbständig.

Im letzten Jahr gab der bisherige Leiter der Abteilung die Leitung an einen etwas jüngeren Wanderfreund ab. Aber es soll betont werden, dass die bisherige gute Entwicklung der Abteilung wesentlich durch seine kontinuierliche Leitungstätigkeit ermöglicht wurde.

Hans- Peter Voigt
Leiter der Abt. Wandern

 

 

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